Phantomschmerz

Modifikation chronischer Phantomschmerzen durch die Nutzung von Beinprothesen mit sensorischem Feedback

Projektleitung und Projektkoordinatoren:

  • Prof. Dr. Thomas Weiss
  • Prof. Dr. Gunther O. Hofmann (Unfallchirurgie
  • Prof. Dr. Wolfgang H.R. Miltner
  • Prof. Dr. Otto W. Witte (Neurologie)

 

Mitarbeiter  

  • Dr. Caroline Dietrich
  • Dr. Sandra Preißler
  • Dipl.-Psych. Kathrin Blume
  • Maria Carl
  • Hendrik Möbius (Ergotherapeut)

 

Unterstützt durch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung DGUV (Fördernummer DGUV-FR-196)

Laufzeit         Bis Juni 2017

 

Projektinhalte und -ziele:

Bei 50 – 80 % aller Personen, die den Verlust eines Körperteils durch Amputation zu beklagen haben, treten Phantomschmerzen auf. In jüngster Zeit wurden Veränderungen im Gehirn nach einer Amputation mit der Entstehung von Phantomschmerzen in Zusammenhang gebracht. Ziel dieses Projektes ist es, durch spezifische Trainingsprozesse derartige zentrale Veränderungen bei Personen mit Unterschenkelamputationen zu beeinflussen. Es wird erwartet, dass sich diese trainingsbedingten zentralen Veränderungen ebenfalls auf den Phantomschmerz auswirken.

Die Probanden nehmen zunächst an einem zweiwöchigen sensorischen Diskriminationstraining teil, bei dem verschiedene Reizmuster am Oberschenkel appliziert werden. Im Rahmen dieser ersten Trainingsperioden sollen die Teilnehmer lernen die Reizmuster zu erkennen und zu unterscheiden. In einer zweiten zweiwöchigen Trainingsperiode wird eine vergleichbare Stimulation dazu genutzt, Unregelmäßigkeiten im Gehverhalten der Probanden sowie Unebenheiten des Untergrunds zurückzumelden. Dabei sollen die Teilnehmer lernen, wie sie die Stimulation interpretieren können, um so Gefahrensituationen zu vermeiden.

 

Das vordergründige Ziel des Projekts besteht in der Untersuchung der Phantomschmerzsymptomatik der Patienten und deren Beeinflussung durch Training mit einem an ihrer Beinprothese angepassten sensorischem Feedbacksystem. Gleichzeitig wird untersucht, ob und in welchem Ausmaß eine höhere Funktionalität im Umgang mit der Prothese durch das sensorische Feedback erreicht wird. Zusätzlich werden Veränderungen im Gehirn der Teilnehmer, die mit dem Training einhergehen, untersucht

 

Schlüsselpublikationen:

  • Blume KR, Dietrich C, Huonker R, et al. Cortical reorganization after macroreplantation at the upper extremity: a magnetoencephalographic study. Brain2014; 137 (3): 757-69.
  • Dietrich C, Walter-Walsh K, Preissler S, et al. Sensory feedback prosthesis reduces phantom limb pain: Proof of a principle. Neuroscience Letters 2012; 507(2): 97-100.
  • Preißler S, Dietrich C, Meissner W, et al. Brachial plexus block in phantom limb pain: A case report. Pain Medicine 2011; 12 (11): 1649-54.
  • Preißler S, Feiler J, Dietrich C, Hofmann GO, Miltner WHR, Weiss T. Gray matter changes following limb amputation with high and low intensities of phantom limb pain. Cerebral Cortex 2013; 23(4): 1038-48.
  • Preißler S, Dietrich C, Blume K, Hofmann GO, Miltner WHR, Weiss T. Plasticity in the visual system is associated with prosthesis use in phantom limb pain. Frontiers in Human Neuroscience2013; 7: 00311.
  • Weiss, T, Dietrich, C, Preißler, Hofmann, G (2013). Erfahrungen mit der Anwendung einer sensomotorischen Unterarmprothese. Medizinisch-orthopädische Technik. 2012; 132 (4):37.
  • Weiss, T, Dietrich, C, Preißler, S, Möbius, H, Gube, H, Torma, F, Miltner, WHR, Hofmann, G. Nutzung einer myoelektrischen Unterarmprothese mit Biofeedback: Reduktion von Phantomschmerz und Erhöhung der Funktionalität. Trauma und Berufskrankheiten 2013; 15 (3): 207-215.