Insula

Emotionsverarbeitung nach Inselläsion

 

Antragsteller: Professor Dr. Wolfgang Miltner, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Psychologie, Lehrstuhl für Biologische und Klinische Psychologie

Professor Dr. Thomas Straube, Universitätsklinikum Münster, Institut für Medizinische Psychologie und Systemneurowissenschaften

DFG-Förderung seit 10/2014

Mitarbeiter Jena. Dr. Marcel Franz, Dipl. Ing. Holger Hecht

 

Eine zunehmende Anzahl von Bildgebungsstudien zeigt, dass emotionale Verarbeitungsprozesse mit einer Aktivierung des insulären Kortex assoziiert sind. Diese Bildgebungsbefunde unterstützen Modellvorstellungen, die davon ausgehen, dass der insuläre Kortex, vor allem durch die Repräsentation interozeptiver Informationen, für das Erleben und Erkennen von Emotionen eine herausragende Rolle spielt. Die Bildgebungsstudien werden bislang nur durch wenige Einzelfallstudien an Patienten mit Läsionen des insulären Kortex ergänzt, deren Befunde zudem die Ergebnisse aus Bildgebungsstudien nur zum Teil stützen. Basierend auf gegenwärtigen Modellvorstellungen soll in der hier vorgestellten Serie von Untersuchungen die Rolle des insulären Kortex für die Emotionsverarbeitung bei Patienten mit einer Schädigung dieser Struktur aufgeklärt werden. Mittels großer Stichproben (jeweils mindestens 30 Mediainfarktpatienten mit Inselläsion bzw. mit Läsionen außerhalb der Insel, dabei zur Hälfte jeweils Patienten mit Schädigung der linken oder rechten Hemisphäre; 30 gesunde Probanden), einer multimodalen Testung der Emotionsverarbeitung unter Berücksichtigung physiologischer Emotionsindikatoren sowie des Einsatzes von struktureller und funktioneller Bildgebung sollen detailliert die Spezifität von Defiziten in der Emotionserkennung und im emotionalen Erleben, die Bedeutung des Ausmaßes und der anatomischen Lage der Läsion (linke vs. rechte Hemisphäre, anterior vs. posterior) und die Rolle funktioneller Reorganisation untersucht werden.